Archäologisch nachgewiesene Besiedlung von
Altdorf, Eugenbach und Pfettrach
Jungsteinzeit 5700 bis 2200 v. Chr.
um 5700 v. Chr.: älteste Jungsteinzeit Ein Hausgrundriss zählt zu den ältesten in ganz Süddeutschland
5000 bis 4800 v. Chr.: Stichbandkeramik Siedlungsfunde in Altdorf, Pfettrach
4800 bis 4500 v. Chr.: Oberlauterbacher Kultur Siedlungs- und Grabfunde in Altdorf und Pfettrach
4500 bis 3900 v. Chr.: Münchshöfener Kultur Altdorf: Fundort von einem der ältesten Kupferschmuckstücke in Bayern, Grabfund- und Siedlungsfunde in Altdorf und Pfettrach
3900 bis 3200 v. Chr.: Altheimer Kultur Siedlungsfunde in Altdorf
um 3600 v. Chr.: Michelsberger Kultur Siedlungsfunde (Kupfer) in Altdorf
2500 bis 2200 v. Chr.: Glockenbecher Kultur Grabfunde in Altdorf
Bronzezeit 2200 bis 750 v. Chr.
um 1700 und um 1500 v. Chr.: Siedlungen und Grabhügel: Altdorf, Pfettrach, Eugenbach
1300 bis 750 v.Chr. Urnenfelderzeit Siedlungsfunde in Altdorf
Eisenzeit (Kelten) 750 bis 15 v. Chr.
750 bis 450 v. Chr.: Hallstattzeit Keltische Siedlungsfunde in Altdorf
450 bis 15 v. Chr.: Laténe-Zeit Bedeutende Siedlungsfunde in Altdorf
Römerzeit 15 v. Chr. bis um 450 n. Chr
Funde von Straßen, Siedlungen und Gräbern in Altdorf Töpferei in Eugenbach
Bajuwarenzeit ab 450 n. Chr.
um 640 Frühmittelalter Siedlungsfunde, Friedhöfe und Gräber von wohl- habenden Bauernfamilien und eines Ortsadeligen in Altdorf, bzw. Pfettrach. Zahlreiche dendrochronologisch datierte hölzerne Brunnen- anlagen führen zu neuen Erkenntnissen in der Klima- und Wetterforschung sowie dem Brunnenbauwesen des Frühmittelalters.
Um 1200 wird in Altdorf eine Burganlage auf dem Plateau des Oswaldberges errichtet, im 13. Jahrhundert ist die Burg aber schon wieder verlassen. Die Burgherren wohnen in Altdorf, später in Landshut.
In Pfettrach stand bis Anfang des 19. Jahrhunderts ein imposantes Schloss, das von einem breiten Wasser-graben umgeben war. Die Napoleonischen Kriege hat es nicht überstanden, 1809 ist es abgebrannt. Noch zu Anfang des 20. Jh. waren Mauerreste sichtbar. Um 1970 wurden auf dem ehemaligen Schlossareal moderne Häuser gebaut.
Der Kupferstich von Michael Wening stammt vom Anfang des 18. Jahrhunderts.
Erste schriftliche Nennungen von Altdorf, Eugenbach und Pfettrach
Altdorf
864: Namentliche Nennung von Altdorf in einer Urkunde des Klosters Niederaltaich
1230: Altdorf wird im ersten Herzogsurbar (Ertragsbücher) mit zwei Höfen, einer Mühle und fünf Weingärten aufgeführt
Eugenbach
822: Nennung in einer Urkunde des Klosters St. Emmeram zu Regensburg
1242: Eugenbach wird erstmals als Hofmark erwähnt.
Pfettrach
800: Ein Ort mit Namen Pfetarah wird in einem Übergabebuch des Klosters Mondsee erwähnt. (Es könnte sich hierbei eventuell auch um Pfettrach im Landkreis Freising handeln.)
822: Nennung in einer Urkunde des Klosters St. Emmeram zu Regensburg, es war ein Königsgut und besaß ein Grafengericht.
Das Adelsgeschlecht der Altdorfer und deren Nachfahren
Meningoz de Altorf (im Jahr 1116), Aribo de Altorf (im Jahr 1147) Richolf und Gotewald (im Jahr 1155) werden in einer Urkunde des Klosters Weihenstephan genannt.Hans Altdorfer ist Stadtkämmerer von Landshut. Während der Landshuter Hochzeit im Jahr 1475 wohnt Herzog Georg der Reiche in seinem Haus.
Der Bruder von Hans Altdorfer ist Fürstbischof Georg von Chiemsee. Er erbaute im Landshuter Martinsdom die Altdorfer Kapelle, in welcher er auch begraben liegt.
Sein Wappen wurde mit ministerieller Genehmigung am 14.12.1954 zum Altdorfer Gemeindewappen bestimmt.
Im Jahr 1538 stirbt der bekannte Maler Albrecht Altdorfer in Regensburg.
Das Gerichtswesen
Bis 1803 gehörte Altdorf zum Landgericht Rottenburg, das in die vier Ämter Altdorf, Ergolding, Pfeffenhausen und Rottenburg aufgeteilt war.
Dem Schergenamt Altdorf waren folgende Dorfschaften untergeordnet: Altdorf, Weihmichl, Attenhausen und Widdersdorf, Schatzhofen, Arth sowie Münchnerau und Gündlkoferau.
1803 wurden die bis dahin in den jeweiligen Pfleggerichten bestehenden Ämter Altdorf, Ergolding, Adlkofen (Pfleggericht Teisbach) und Hörting (Pfleggericht Erding) im neuen Landgericht Landshut zusammengeschlossen.
Karte von Apian aus dem Jahr 1568:
Die Isar im Vordergrund mit der Stadt Landshut im Osten und Altdorf, Pfettrach und Eugenbach nördlich-westlich davon gelegen.
Bildung der Gemeinden
1752 In diesem Jahr wurde von der Hofkämmerei in München eine Bestandaufnahme (Güterkonstribution) aller Hofstellen im Kurfüstentum Bayern durchgeführt.
1808 Nach Auflösung des Schergenamtes in Altdorf werden aus den sechs Obmannschaften und verschiedenen Hofmarken Steuerdistrikte gebildet.
1848 werden die Bauern aus Altdorf, Eugenbach und Pfettrach selber Eigentümer ihres bisher nur zur Bewirtschaftung überlassenen Grund und Bodens.
29. April 1869 Ein Zusammenschluss der Gemeinden Altdorf (633 Einwohner), Eugenbach (320 Einwohner), Pfettrach (329 Einwohner) und Münchnerau (362 Einwohner) zur Bürgermeisterei Altdorf scheitert.
1876 Erhält Altdorf ein eigenes Standesamt.
01.01.1971 Eugenbach und Pfettrach schließen sich freiwillig der Gemeinde Altdorf an. Ihre Gemeindenamen bleiben aber weiter als Ortsnamen erhalten
Einwohnerzahlen
Die Einwohnerzahlen der Gemeinde Altdorf betrugen: 1945: 2027 Personen
1950: 3084 Personen
1960: 3071 Personen
1971: 4385 Personen
1983: 8865 Personen
2003: 11347 Personen mit Hauptwohnsitz
Schulen
1671 wird die erste Schule eröffnet, deren Schulhalter der Mesner war. Das erste Schulhaus war das einstöckige alte Mesnerhaus neben der alten Nikolakirche, das ein oberes Stockwerk und weitere Zimmer erhielt.
Bis 1885 wurden auch die Kinder von Eugenbach und Pfettrach darin unterrichtet.
1804 Nach dem Schulzwang vom Jahr 1802 war es notwendig ein neues Schulgebäude zu errichten. Es kostete 2550 Gulden und ist von der Kirche finanziert worden.
1848 gab es eine Schulhauserweiterung, die zur Hälfte von der Kirche und vom Staat getragen wurde.
1913 beschloss die Gemeinde einen Schulhausneubau, der aber wegen des Beginns des 1. Welt- krieges nicht ausgeführt werden konnte.
1971 sind die Schulen in Eugenbach und Pfettrach geschlossen worden. Die Kinder besuchen seit- her die Grund- und Hauptschule in Altdorf. Zur Zeit sind es rund 750 Schülerinnen und Schüler.
Das Museum Adlhoch-Haus

1989 wurde das Gebäude zu dessen Besitz das Areal der ehemaligen Burg auf dem Oswaldberg gehörte, von der Gemeinde Altdorf erworben. Seit 1996 besteht das aus dem 16. Jh. stammende, fast unver-ändert erhaltene Bauernhaus als Heimatmuseum.
Neben überregional wichtigen Exponaten in der Archäologischen Abteilung, die im ehemaligen Weinkeller des Hauses untergebracht sind, sind Werkzeuge früherer örtlicher Handwerksbetriebe und Gegenstände bäuerlichen Lebens aus dem 19. und 20. Jahrhundert ausgestellt.
Das Museum wird von gemeindlicher Seite und dem Heimat- und Museumsverein Altdorf e.V. betreut.
Monika Weigl, Kreisheimatpflegerin Hans Seidl, Kreisarchivpfleger Iris Weigl
im August 2003
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