Altdorf

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erstellt durch Ja-DV

Entdeckungsreise im Adlhoch-Haus
Wissenswertes über das Haus im ersten Band der Altdorfer Schriften

 â€žEs hat sich viel geändert seit 1999: Aus dem Ort Altdorf ist jetzt ein Markt geworden und aus dem Heimatmuseum ein Markenzeichen." Ein Markenzeichen, über das man nun so viel Neues wisse, dass es nach fünf Jahren durchaus die Mühen und Kosten der Herausgabe eines völlig neuen Museumsbuches rechtfertige. So hat der Verleger Markus Tremmel die Vorstellung der „Spuren in die Vergangenheit des Adlhoch-Hauses" eingeleitet.
Rund 50 geladene Gäste hatten sich in der Stube und Küche des Altdorfer Heimatmuseums eingefunden, wo der Akkordeonspieler Hans Kolbinger diese Buchvorstellung musikalisch umrahmte. Das 88 Seiten starke Werk, das als Band eins einer neuen Reihe „Altdorfer Schriften" herausgegeben wird, präsentiert das Adlhoch-Haus (das ehemalige Oswald-Gütl) als das inzwischen „bestuntersuchte niederbayerische Bauernhaus des 16. Jahrhunderts", wie Bürgermeister Josef Sehofer stolz berichtete.
Seit gut zwei Jahren laufen die neueren Untersuchungen, die manches Überraschende zu Tage gefördert haben. So haben Jahresringdatierungen der verrußten Küchenbalken eindeutig ein Fälldatum 1550 ergeben, was frühere Annahmen bestätigte. Georg Waldemer, Oberkonservator an der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern, erläutert dies in dem Buch ausführlich und stellt die bisher in Niederbayem untersuchten Bauemhäuser aus dieser Zeit vergleichend daneben.

Professor Otto Bauer wiederum hat Balken für Balken untersucht. Auf Grund der akribischen Messungen des Vermessungsingenieurs Rupert Wimmer und der Bautechnikerin Christina Wolf sowie den Bauphasenplänen des Restaurators Uwe Graf, konnte ein detailliertes Bild der Bauweise aus dem 16. Jahrhun­dert entworfen werden.
„Und weil man in Altdorf, wenn man was macht, es gründlich macht, haben sie auch in der Oberstube nachgeschaut, was da unterm Boden ist", erläuterte Markus Tremmel, der das Buch in seinem Verlag „via verbis bavarica" publiziert, den Werdegang der Arbeiten. Was kam zum Vorschein? Monika Weigl, Museumsleiterin und Initiatorin des Buchprojekts, beschreibt es unter anderem in ihrem Beitrag zur Chronologie: ein höchst interessanter Fehlboden. In dieser Zwischendecke fand sich ein aufschlussreiches Allerlei - von Getreideähren und angenagten Nussschalen über einen Zeitungsausschnitt aus den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis zu einem vergilbten Eichel-Unter,
Und wenn man im Adlhoch-Haus noch ein paar Stufen tiefer steigt, kommt man in einen alten Weinkeller. Und da hat sich dann der vierte Autor der „Spuren in die Vergangenheit", Kreisarchivpfleger Hans Seidl, auf die Suche gemacht. Zwar nicht im Keller selbst, aber in den Archiven des Landkreises, und hat zu seinem Erstaunen herausgefunden, dass im 16. Jahrhundert Altdorf ein ausgewiesenes Weinanbaugebiet gewesen ist, eine „allerlustigste Gegend" gar, wie es in einer zeitgenössischen Beschreibung heißt.
Über 30 Weinberge hat es laut den Forschungen Hans Seidls damals gegeben, und der Kreisarchivpfleger zeichnet in seinem Beitrag die Geschichte des Altdorfer Weinanbaus nach: von den Anfängen, den Krisen, den Höhepunkten bis zur langsamen Gewöhnung der Altdorfer ans Bier. Und so ist ein interessantes, bisweilen wissenschaftliches, bisweilen unterhaltendes und amüsantes Büchlein entstanden. Es führt in die nahe und in die ferne Vergangenheit nicht nur eines Bauernhauses, sondern eines ganzen Ortes - und beweist: Die Geschichte lebt in der Gegenwart, erlebbar ist sie im Altdorfer Heimatmuseum tagtäglich. Das Buch ist zum Preis von sieben Euro zu erhalten in Altdorf: in der Marktverwaltung und im Museum, der Raiffeisenbank und der Sparkasse. 
                                            
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Entdeckungsreis e